Vor etwa 100 Jahren entstand Bedarf an einem Jagdhund, der ähnliche Jagdqualitäten wie der englische Vorstehhund aufwies, jedoch besser für waldiges Gelände, Uferzonen und Heidelandschaften geeignet war. Aus dem altdeutschen “Stöber”, wurde der moderne Wachtelhund weitergezüchtet. Maßgeblichen Einfluss auf die Zucht hatte Forstmann Rudolf Frieß, der bisweilen auch als “Wachtelvater” bezeichnet wurde. Er züchtete Wachtelhunde, die sich durch ihre hervorragenden Jagdeigenschaften ebenso auszeichneten wie durch ihre Robustheit und Gesundheit. Gerade bei Wald- und Bergjägern wurde der spurlaute und feinnasige Jagdhund sehr schnell beliebt.
Heute ist der Wachtelhund in ganz Deutschland sehr verbreitet. Jährlich werden mehr als 800 Welpen eingetragen. Auch in Ländern Skandinaviens und den Alpenländern ist der Wachtelhund ein gefragter Jagdhund. Auch als „Spion“ oder „Habichtshund“ bezeichnet, ist er mittelgroß mit einem Stockmaß von 46-54 cm. Er hat einen starken Knochenbau, der einen robusten und langrückigen Körper stützt. Der Kopf sollte keinen Stirnabsatz zeigen und kräftig gebaut sein. Das nicht übermäßige lange und dichte Haar fällt gewellt und anliegend. Die dunklen Augen sollten mandelförmig sein und einen klugen und freundlichen Ausdruck aufweisen.
Der Wachtelhund kann alle Fellfarben bis auf schwarz annehmen. Ursprünglich wurde er nur braun und weiß gezüchtet. Mittlerweile werden jedoch rote und braun-weiß-gescheckte Exemplare zunehmend beliebter.
Der Charakter des Wachtelhunds ist gutmütig und freundlich. Er ist allerdings kein übermäßig guter Wachhund, aber gut im Haus oder Zwinger zu halten. Zudem braucht er viel Kontakt zu anderen Hunden oder zum Hundeführer. Bei der Jagd kann er fast alle Aufgaben übernehmen, wenn man vom Jagen in Bauen und dem Vorstehen absieht. Sein Arbeitseifer und seine Bewegungsfreude lassen sich durch konsequente Führung um einen hohen Jagdverstand ergänzen, der sich flexibel den jeweiligen Situation anpassen kann. Damit ist er als Schweißhund und auch im Wasser sehr erfolgreich. Sein Kerngebiet liegt jedoch im „Stöbern“.
Die Freunde des Wachtelhundes sind im Verein für deutsche Wachtelhunde organisiert.
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