Das ideale Anwendungsgebiet des Wachtelhundes liegt in allen Formen der Drück- oder Anrührjagd, aber auch den Treibjagden. Bevorzugte Beute sind Rehe, Schwarz- und Rotwild. Als spurlauter und wildscharfer Jagdhund ist er für derartige Bewegungsjagden prädestiniert und erhöht die Erfolgsaussichten des Unternehmens signifikant.
Der Wachtelhund ist dabei definitiv kein Kurzjager, der nur in unmittelbarer Nähe seines Führers stöbert. Vielmehr durchsucht er selbständig auch größere Gebiete und treibt bei Erfolg das Wild spurlaut vor sich her. Dabei wird er sich meistens nach etwa einer halben Stunde wieder zu seinem Führer zurückbewegen. Der Wachtelhund ist also auch kein typischer Langjager, der ohne Unterlass Wild vor sich herhetzt und dabei nicht an eine Rückkehr zum Hundeführer denkt.
Mit diesem Profil, eignet sich der Wachtelhund nicht zur bloßen Jagdbegleitung, sondern muß intensiv und kenntnisreich eingesetzt werden. Deshalb ist er auch für Gelegenheitsjäger in der Regel nicht geeignet. Entscheidend ist beim Wachtelhund eine intensive, bereits sehr früh einsetzende Schulung, die die entsprechenden Fähigkeiten als Spurhund fördert. Der Hund muss sich gut an der Leine führen lassen, standruhig und gehorsam sein, sowie das Tragen und Bringen beherrschen.
Der Verein für deutsche Wachtelhunde bietet Prüfungen an, die dem Hund die erforderliche Eignung attestieren. Die Ausbildung bis zur sogenannten „Gebrauchsprüfung“ dauert etwa 2,5 Jahre. Bei dieser Prüfung muss der Hund neben seiner Gesundheit und seinem Gehorsam, auch seine Jagdeignung unter Beweis stellen. So ist eine ausgeprägte Schwarzwildschärfe ebenso gefragt, wie Naturschweiß und Härte.
Die Welpen von Wachtelhunden können bei den anerkannten Züchtern bezogen werden. Bei der Abgabe achten diese auch auf den zukünftigen Halter und seine Jagdfähigkeiten. Da die Nachfrage nach Wachtelhundwelpen groß ist, sind Wartezeiten nicht unüblich. Eine Übersicht von deutschen Züchtern findet sich unter anderem hier.
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